Leben und Sterben im Internet: Etwas andere Online-Vorsorge-Dienste
24. Februar 2010
Früher war es einfacher: Wer starb, hinterließ seinen Erben in der Regel einen mehr oder weniger sortierten Wust an Papieren – angefangen von Kontoauszügen über Versicherungsscheine bis hin zu alten Briefen und Adressbüchern. In Zeiten des Internets ist das nicht mehr ganz so einfach. Online-Passworte sterben in der Regel mit der Person. Eine Lösung bietet unter anderem die Züricher Firma „D-Swiss“ unter www.datainherit.com an. Nutzer können hier nicht nur sensible Daten in einem digitalen Safe ablegen, für den Fall des Falles kann zudem eine „Vererbung“ der Daten angeordnet werden. Die Firma überprüft dann über vorher festgelegte Kontaktpersonen, ob die entsprechende Person wirklich tot ist und ermöglicht anschließend einem „Erben“ den Zugriff auf die sensiblen Daten – etwa Passwörter für Email-Postfächer. Ähnliche Dienste werden mittlerweile auch auf www.legacylockers.com und www.deathswitch.com angeboten.
Unabhängig vom eigenen Tod haben christliche Tierfreunde ein Problem – das finden jedenfalls die Macher der Webseite www.aftertherapturepetcare.com (zu deutsch etwa: Tierpflege nach der Glückseeligkeit). Während der Apostel Paulus gläubigen und frommen Menschen in den Briefen an die Thessaloniker nämlich verspricht, sie dürften am Tag des jüngsten Gerichts mit Jesus zusammen in den Himmel fahren, müssen deren Haustiere auf der Erde bleiben. Hilfe sollen diese Menschen von all jenen bekommen, die ohnehin nicht an das Jüngste Gericht glauben und daher auch nicht für die Himmelfahrt qualifiziert sind.
Die könnten sich, so die Überlegung der Webseiten-Betreiber, anschließend um die Tiere kümmern – und sind aufgerufen, sich kostenlos zu registrieren. Ein Risiko bestehe nicht. „Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, dass irgendwann vor dem Jüngsten Gericht Druck auf Sie ausgeübt wird“, heißt es in Ergänzung zu dem Registrierungsformular. Erst wenn das Jüngste Gericht beginne, würden die freiwilligen Tierpfleger kontaktiert, bis dahin würden sie nur alle paar Monate zur Aktualisierung ihrer Daten aufgefordert. Und wenn die Bibel lügt, hätten die unchristlichen Tierfreunde auch nichts verloren, denn dann käme das Jüngste Gericht ja ohnehin nicht.
